1. Vorsorge ist wichtig

Neun spannende Monate liegen vor Ihnen, in denen Sie immer die eine Frage beschäftigen wird „Geht es meinem Baby gut?“ Um diese Frage mit „Ja“ zu beantworten, ist jetzt die regelmäßige Vorsorge beim Frauenarzt oder der Hebamme wichtig. Im Normalfall steht während einer Schwangerschaft alle vier Wochen eine Untersuchung an, ab der 32. Schwangerschaftswoche dann jede zweite Woche. Alle Ergebnisse der Vorsorge-Untersuchungen werden im Mutterpass festgehalten.

Regelmäßig untersucht werden u.a. :

  • Das Wachstum der Gebärmutter (Fundusstand)
  • Die Lage des Kindes
  • Die Herztöne des Kindes
  • Die Kindsbewegungen
  • Das Gewicht der Mutter
  • Der Blutdruck der Mutter
  • Die Blutwerte der Mutter
  • Die Urinwerte der Mutter

Das Baby über den Ultraschall zu sehen, ist für werdende Eltern ein ganz besonderer Moment. Zu Beginn der Schwangerschaft werden mit einem vaginalen Ultraschall die Lage des Embryos und der Herzschlag überprüft. Rund um die 10., 20. und die 30. Schwangerschaftswoche stehen ausführliche Ultraschall-Untersuchungen an.

2. Alkohol ist Tabu

Sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, ist Alkohol – auch in den kleinsten Mengen – tabu. Das muss in dieser Deutlichkeit gesagt werden. Alkohol kann als Zellgift Ihr Baby in jedem Stadium der Schwangerschaft schädigen. Die schwerste Schädigung ist das so genannte Fetale Alkoholsyndrom, bei dem Kinder lebenslang unter körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen leiden. Bundesweit sind jährlich ca. 10.000 Babys betroffen, so eine Schätzung der Bundesdrogenbeauftragten.

3. Eine Hebamme ist eine wertvolle Unterstützung

Viele Frauen sind gerade in der ersten Schwangerschaft unsicher und haben viele Fragen, die nicht nur medizinisch, sondern auch persönlich sind. Bei einer Vorsorge-Untersuchung beim Frauenarzt bleibt dafür meist wenig Zeit. Eine Hebamme, die Sie sich direkt nach dem positiven Test suchen können und die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, nimmt sich für eine Untersuchung mehr Zeit, als in einer Arztpraxis vorgesehen. Manche Hebammen machen auch Hausbesuche, auch für ein Gespräch.

4. Der Körper verändert sich – nicht nur am Bauch

Sie werden staunen. Ihr Körper ist bei Weitem nicht nur am Bauch schwanger. Was sich jetzt alles von Kopf bis Fuß ändern kann:

  • Augen: Unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone können die Augen trocken werden.
  • Nase: Die Schleimhäute können anschwellen. Außerdem verändert sich die Geruchswahrnehmung. Was bisher angenehm roch, kann jetzt Übelkeit verursachen.
  • Zähne und Zahnfleisch: Das Zahnfleisch wird stärker durchblutet, sodass es leichter zu Zahnfleischbluten kommt.
  • Haut und Haar: Die Haut wird jetzt besser durchblutet, durch Wassereinlagerungen verschwinden oft kleine Fältchen. Den Haaren bekommt das Hormon Östrogen gut, sie fallen kaum aus und wachsen schneller.
  • Brüste und Dekolleté: Die Brüste werden größer, die Brustwarzen sind oft empfindlicher und werden außerdem größer und dunkler, damit das Baby sie später leichter findet.
  • Rücken: Die Bänder lockern sich, um später die Geburt zu erleichtern. Das kann allerdings für Rückenschmerzen sorgen.
  • Füße: Bei vielen Schwangeren wachsen die Füße und bleiben tatsächlich auch nach der Geburt größer.

5. Diese Beschwerden treffen die meisten

Die morgendliche Übelkeit ist wohl die bekannteste aller Schwangerschaftsbeschwerden, doch auch diese Beschwerden treffen viele werdende Mütter:

  • Niedriger Blutdruck
  • Krampfadern
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit
  • Rückenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Sodbrennen
  • Stimmungsschwankungen
  • Verstopfung
  • Wadenkrämpfe
  • Wasseransammlungen (Ödeme)

6. Auch der werdende Papa wird „schwanger“

Kommt Ihnen Ihr Partner auch etwas rundlicher vor? Das wäre nicht weiter verwunderlich, man nennt es das Couvade-Syndrom. In einer Studie wurden immerhin durchschnittlich 4 Kilo Gewichtszunahme pro werdendem Vater ermittelt. Außer mit diesem solidarischen Babybäuchlein sind viele angehende Papas mit Begeisterung bei der Beschaffung der Ausstattung wie Kinderwagen oder Autositz dabei.

7. Ihre Gesundheit steht an erster Stelle

Sie müssen jetzt definitiv nicht für zwei essen, aber gerne doppelt so gesund. Passen Sie auf sich und das Baby auf, informieren Sie sich gut über die Lebensmittel, die jetzt nicht gut sind, weil sie Listerien (durch Rohmilch z.B. in Käse) oder Toxoplasmose (z.B. durch rohes Fleisch) übertragen können. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Testhandschuhe, mit deren Hilfe der ph-Wert in der Scheide bestimmt werden kann. Ist dieser nicht in Ordnung, kann eine Infektion vorliegen, die dringend behandelt werden sollte.

8. Sie genießen beim Job einen besonderen Schutz

Sobald Sie schwanger sind, genießen Sie in Deutschland einen besonderen Schutz, wenn Sie angestellt arbeiten. Dazu gehört unter anderem ein Kündigungsschutz bis vier Monate nach der Geburt, ein 14-wöchiger Mutterschutz, in dem Sie Mutterschaftsgeld erhalten und das Verbot, Arbeiten auszuführen, die Sie oder das Baby gefährden. Dazu ist es wichtig, dass Sie Ihren Arbeitgeber möglichst früh über die Schwangerschaft informieren.

9. Glauben Sie nicht alles, was Sie hören

Wohl nie trifft eine Frau auf so viele selbst ernannte Experten wie während der Schwangerschaft. Sätze, die mit „Also, bei mir war das so...“ beginnen, sollten bei Ihnen ein freundliches Lächeln nach außen und ein Auf-Durchzug-Schalten nach innen auslösen. Glaube Sie uns, zu allem wird irgendjemand eine Horrorgeschichte zu erzählen wissen, die Sie verunsichern kann. Ihre Schwangerschaft ist einzigartig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme oder...

10. Hören Sie auf Ihren Bauch

... es ist Ihr Bauch und Ihr Baby. Sie werden es im Gefühl haben, ob Sie z.B. lieber einmal mehr zum Arzt gehen, um Sicherheit zu haben oder ob Ihnen zu viel Information nur Angst macht. Wenn das Kind da ist, werden Sie noch öfter als bisher vor Entscheidungen gestellt, da ist es gut, wenn Sie bereits Ihren Weg und das Vertrauen in Ihr Gefühl gefunden haben.